Unsere Gartengeschichte (Teil 2)

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   Das Schlüsselerlebnis für ein völliges Umdenken kam aus nächster Nähe. 1996 im Juli schenkten unsere Nachbarn, die selbst einen ganz bezaubernden Garten haben, meiner Frau ein Buch zum Geburtstag mit dem Titel: "Gärten im englischen Stil" von Graham Rose. Es faszinierte uns sofort, besonders meine Frau und wir beschlossen spontan, d.h. sie beschloss nach ausführlicher Lektüre, das muss das Non plus Ultra für uns werden. Zuerst besuchten wir das Europarosarium in Sangerhausen. Diese Rosenvielfalt, besonders die historischen Exemplare und die Rambler hatten es uns sofort angetan. Sozusagen Liebe auf den ersten Blick. Doch wo bekommt man solche herrlichen Rosen??
   Ein Telefongespräch mit Frau Brumme, der heutigen Leiterin des Europarosariums, brachte uns auf die richtige Spur. Sie empfahl uns eine kleine unbekannte Rosenschule in Bad Langensalza, Martin Weingart, die nicht weit entfernt ist. Dort bekämen wir alles, was unser Herz begehrte. Gesagt, getan. Nach einem langen Telefongespräch mit dem netten und kompetenten Herrn Weingart wußte meine Frau, hier bin ich goldrichtig. Der Weingart Katalog ist sehr ausführlich und ehrlich aber er enthält aus Kostengründen leider keine Bilder. Die hatten wir ja dann quasi passend dazu vom Rosariumsbesuch. Am liebsten hätten wir sofort aus lauter Begeisterung bergeweise Rosen bestellt, doch wir begriffen jetzt, dass nur eine sorgfältige Standortauswahl uns vor weiteren Fehlern bewahren konnte. Also zurück zur Realität! Zuerst bestellten wir eine versierte Gartenarchitektin, Frau Großgebauer aus Meckenheim, die mit uns zusammen nach unseren Wünschen verschiedene Gartenentwürfe (hier vergrößert zu sehen) plante. Daraus bastelten wir dann einen brauchbaren. Ist so üblich, sagte sie uns lächelnd ....
   Als alles klar war, ließen wir schöne geschwungene Wege in Naturstein pflastern und 1998 eine schwarz/weiße Terrasse, passend zum weißen Haus, an der Südseite anlegen. Die Gartenbaufirma verzweifelte fast bei 4-wöchigem Dauerregen im Juli, aber irgendwie schafften wir auch diese Hürde. Anschließend folgte ein großer Rosenbogen mit Bobby James berankt als Sichtachse zum hinteren Gartenbereich, heute unser ganzer Stolz und für vorbei wandernde Gartenfreunde ein gutes Photoobjekt. Übrigens, die Rosenlieferungen von H. Weingart waren alle erstklassig mit super Wurzelwuchs, die sich inzwischen zu prächtigen Exemplaren gemausert haben. 80% unseres Gesamtrosenbestands haben wir von dort bezogen, eine unerschöpfliche Quelle für den Liebhaber historischer Schätze, sehr empfehlenswert.
   Um die Rambler, unsere besonderen Lieblinge, unterzubringen, setzten wir mehrere 3 m hohe Pfähle in den Hintergrund vor die Eibenhecke. Den Trick hatten wir in Sangerhausen abgeschaut. es ist geschafft: entspricht dem Plan und sieht gut aus Nach 2-3 Jahren sahen diese Rosen einfach traumhaft aus, besonders White Flight, Bobby James sowie Paul's Himalayan Musk. Dieser Duft im Mai und Juni ist einfach berauschend und unbeschreiblich. Doch mit den Rosen allein wars natürlich nicht getan. Wie wir ja alle wissen, brauchen Königinnen einen Hofstaat, bestehend aus Strukturpflanzen wie Buchsbäume mit Formschnitt, dazu diverse Stauden wie Lavendel, Katzenminze, Frauenmantel, Storchschnabel, Gräser zum Schmeicheln, nicht zu vergessen die sehr attraktiven Clematissorten.
   Also wurden jedes Jahr im Frühjahr und Herbst aus den Niederlanden ganze Wagenladungen von Eiben bis Japananemonen angeschleppt und eingepflanzt. Dort sind die Pflanzen einfach preiswerter. Mittlerweile haben wir da so unsere Quellen. Die Arbeit nahm einfach kein Ende, die Ausgaben wuchsen und die Gartenbücher wurden immer mehr, unser Wissen aber auch.